Aus dem Bauch heraus entschieden
Eine Schülerin der Freien Waldorfschule Wetterau hat an der Waldorfpädagogik gezweifelt. Dennoch würde sie ihre Kinder dort hinschicken.
HALLO!!!
Ich bin Schülerin der Freien Waldorfschule Wetterau in Hessen.
Ich besuche seit meiner Einschulung die Waldorfschule, und es gab Zeiten, da habe ich mir nichts mehr gewünscht, als diese Schule zu verlassen. Ich bin ziemlich gut in der Schule, und es gab Momente, in denen ich mich ziemlich langweilte, und ich mich unheimlich darüber aufregte, dass alles so lange und so oft wieder erklärt wurde, bis es selbst der Letzte verstanden hatte.
Ich war dann für zwei Wochen zur Probe auf einem Gymnasium hier am Ort (das war Anfang der 9. Klasse), und nach diesen zwei Wochen wußte ich immer noch nicht, was ich eigentlich wollte. Ich habe dass aus dem Bauch heraus entschieden und bin auf der Waldorfschule geblieben.
Heute, eineinhalb Jahre später kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, obwohl ich mir damals so unsicher war. Gerade vor einer Woche bin ich vom Feldmesspraktikum zurückgekommen, und es war eine wunderschöne Klassenfahrt. Wir haben eine einfach tolle Klassengemeinschaft, und wenn Schüler von anderen Schulen davon hören, glauben sie es kaum, dass es bei uns keine Anfeindungen, kein "Markenzwang" oder so etwas gibt. Jeder kann machen was er will, und wird trotzdem so akzeptiert wie er ist. Ich glaube inzwischen, dass das schon etwas mit der Waldorfschule zu tun hat, dass die Klassengemeinschaft so tolerant ist. Für mich wäre das heute ein Argument dafür, meine Kinder irgendwann auch einmal dorthin zu schicken.
Anonym
veröffentlicht seit 30. November 2000